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Grillen – warum stehen eigentlich immer die Männer am Grill?

Er ist für Männer was für die Motte das Feuer: brennt irgendwo ein Grill kann Mann nicht anders als zielgerichtet auf eben diesen zusteuern und ihn inspizieren. Jetzt mag der/die emanzipierte Leser /in rufen: Hoppla, und was ist mit den Frauen? Meiner eigenen, sehr subjektiven Wahrnehmung zufolge beeindrucken glühende Kohlen und brutzelndes Fleisch das weibliche Geschlecht nur wenig. Während die Männer sich auf der Grillparty fast immer im Halbkreis um den Grill einfinden, sitzen die Frauen bereits am Tisch und unterhalten sich. Je ungewöhnlicher und professioneller das Grillgerät, umso intensiver die Anziehungskraft auf den Mann. Mann entwickelt mit jedem neuen Grill ein ganz anderes Gefühl für Gerät und Tätigkeit. Als bei uns im Hause der neue Kugelgrill einzog, den wir über den Baywa Baumarkt erstanden hatten, fing auch ich plötzlich an, mich näher mit neuen Grillmethoden auseinanderzusetzen und entdeckte das indirekte Grillen für mich. Ich vermute, dass der Grill-Trieb des Mannes gleich neben der Lust am Heimwerken zu verorten ist, denn beides sind nicht ausschließlich aber doch insbesondere beim männlichen Geschlecht beliebte Hobbys.

Ironischer Weise waren es in der Steinzeit die Frauen, die das Essen über dem offenen Feuer zubereitet haben, und trotzdem fehlt es den meisten Frauen im Jahr 2015 an Leidenschaft eben dafür. Aber vielleicht ist es eben die Tatsache, dass es in Vorzeiten so etwas wie ihre Pflichtaufgabe war, dass der Trieb zum Grillen marginal ist. Sie verspüren weniger Lust am grillen und treten diese Aufgabe diskussionslos an die Männerwelt ab. Und wir freuen uns, denn wir können gar nicht anders als völlig in dieser Aufgabe aufzugehen. Weil der Mann in der heutigen Zeit schon nicht mehr Jagen muss, verschiebt sich sein Interesse in Richtung Zubereitung – so zumindest die Theorie. Beim Metzger sind es deshalb auch die Herren der Schöpfung, die das Fleisch für das Grillen mit viel Bedacht aussuchen. Vielen Männern macht es außerdem wenig aus, im Rauch der Rinderfilets, Schweinenackensteaks und Gemüsespieße (für die Vegetarier der Grillrunde) zu stehen. Sie genießen die Mischung aus Sommerluft, Rauchschwaden und verdampfendem Bier, ja baden geradezu stolz in diesem Duft.

Natürlich lässt sich das alles nicht ganz so verallgemeinern, wie ich es hier gerade tue, aber für viele gehört das Grillen im Sommer einfach zum Lebensgefühl. Das lässt sich auch daran erkennen, dass die Deutschen immer Geld für einen Grill und das dazugehörige Grillzubehör ausgeben. Als sich unser alter Standgrill im letzten Jahr verabschiedete, fiel unsere Entscheidung auch zugunsten eines Grillupdates aus. Es wurde ein neuer Kugelgrill. Andere (vermutlich Männer) geben über 1.000 Euro aus für einen hochmodernen Gasgrill oder Smoker, in dem sie mit angelesener Expertise ehrgeizig Fleisch auf höchstem Niveau zubereiten wollen.  Soweit würde ich mit meiner Grillleidenschaft noch nicht gehen. Es bereitet mir Freude, die Grillkohle vorzubereiten und die Flammen unterm Rost zu beobachten, eine Wissenschaft muss ich daraus jedoch nicht machen. Das überlasse ich dann doch anderen, die mich aber gern zum Essen einladen dürfen. Denn darum geht es letztlich beim Grillen: gutes Essen und unterhaltsame Gesellschaft.

(sp)

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2 Gedanken zu „Grillen – warum stehen eigentlich immer die Männer am Grill?

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