Heating control in rooms by butkaj.com (creative commons / flickr.com)

Energiekonzept für das Haus

Der Termin mit unserem Energieberater fand schon vor dem Abschluss des Hausvertrages statt. Für uns hat sich der Termin gelohnt, da wir einige neue Erkenntnisse gewonnen haben, über die wir hier berichten möchten.

Die wichtigste Erkenntnis war, dass es in unserem Fall gar nicht so sehr auf die Art der primären Energiequelle ankommt, sondern viel mehr auf den Luftaustausch in unserem Haus. Unser KfW 70 Haus wird so dicht und gut gedämmt sein, dass durch händisches Lüften der Luftaustausch nicht ausreichend gewährleistet ist. Somit besteht die Gefahr, dass sich Schimmel bildet. Es muss also eine Lüftungsanlage verbaut werden.
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Die Anlage kostet im Schnitt zwischen 8.000 und 12.000 € und reißt somit ein großes Loch in die Baukasse. Da wir uns dies nicht zusätzlich leisten möchten, müssen wir an anderen Stellen sparen.

Hierzu hat uns der Energieberater empfohlen, keinen Kamin zu verbauen. Ein herkömmlicher Kamin oder Kachelofen sollte in einem energieeffizienten Haus sowieso nicht verbaut werden. Denn es muss zumindest eine extra Luftzufuhr für den Kamin gegeben sein, damit der Sauerstoff dem Raum nicht entzogen wird. (Raumluftunabhängig) Zudem muss der Kamin sehr dicht sein, damit keine giftigen Gase in die Wohnräume austreten können. Solche Kaminöfen gibt es z.B. von Spartherm. Ein weiteres Argument gegen einen Kamin ist, dass dieser einen Wohnraum sehr schnell überhitzen würde und die Energie nicht auf das Haus umgelegt werden kann.

Es gibt heute Kaminsystem, die speziell auf so ein KfW Haus angepasst worden sind. Dabei wird der Kamin in das gesamte Heizungskonzept des Hauses aufgenommen. Z.B. unterstützt der Kamin die normale Heizung und kann so die Energie auf das gesamte Haus übertragen. Leider sind diese Systeme teuer und somit für uns keine Alternative.

Schweren Herzens müssen wir uns also von unserem Kamin im Wohnzimmer verabschieden. Aber wir haben dadurch einen Kostenvorteil und können so in die kontrollierte Wohnraumbelüftung mit Wärmerückgewinnung investieren. Zudem ist ein Kamin eine Gefahrenquelle für kleine Kinder und man muss diesen – zumindest in den ersten Jahren – absichern.

Durch diese Gegebenheit entscheiden wir uns auch für die Luft-Wasser-Wärmepumpe, da für uns der Hauptvorteil nun darin besteht, dass wir keinen Kamin im Haus benötigen und somit weitere Kosten sparen können. (Kamin, Platz für Lagerung Pellets, Investitionskosten Pelletsheizung, etc. )

Daraus ergibt sich wiederum, dass wir im gesamten Haus eine Fußbodenheizung einsetzen werden. Dies lässt sich optimal mit der WP kombinieren und somit ist die Vorlauf Temperatur von 35 Grad, bzw. 60 Grad für Trinkwassererwärmung, ausreichend.

Wir sind gespannt und hoffen, dass unser Energiekonzept aufgehen wird.

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29 Gedanken zu „Energiekonzept für das Haus

  1. Egal welcher primäre Energieträger zum Einsatz kommt: Eine Niedertemperaturheizung in einem Neubau sollte heute zum Standard gehören (das gilt auch unabhängig vom Heizsystem, wobei bei der WP auch nur eine Niedertemperaturheizung Sinn macht.)

    Auf den Schornstein würde ich heute auch verzichten. Lüftungsanlage mit 8-12 Tsd Ocken kalkuliert erscheint mir aber recht teuer. Zum Thema Lüftungsanlage sitze ich gerade an einem neuen Blogbeitrag (Erfahrungsbericht). Aber schon mal ganz klar: Abgesehen, davon, dass eine Neubau ohne Lüftung Blödsinn ist: Es ist soooo großartig 😉

    Viele Grüße
    Rainer

  2. Hi Rainer,

    da bin ich gespannt auf deinen Erfahrungsbericht. Was hat denn die Lüftungsanlage bei euch so ca. gekostet? ( Welche Marke und System? )
    Lt. Bauträger sind wohl die ganzen Schächte, Leitungen, Ausslässe, Deckendurchbrüche etc. am teuersten…

    Viele Grüße
    Andy

  3. Moin,

    das war bei uns im Preis ja alles inkl. Ich meine 6.500 im Kopf zu haben. Vaillant recovair 275. Aber hängt ja auch von der Hausgröße ab und drei Jahre später ist auch alles teurer.

    Für die Inforecherche empfehle ich http://www.bauexpertenforum.de (und nicht vom macnhmal rauen Ton abschrecken lassen ;-))

    ciao
    Rainer

    PS: E-Mail-Abo funktioniert!

  4. Hallo,
    für mich kommt ein Haus ohne Kaminofen nicht in Frage, Effizienz hin oder her – wir wollen es haben. Die Geshcichten mit Raumüberhitzung und Luftzufuhr halte ich für übertrieben (Energieberater brauchen für die teueren „effizienten“ Sachen Budget bei Bauherren freischaufeln). Eine Investition für einen wasserführende Kaminofen holt man, nach meinen Berechnungen, nie wieder raus.

    Eine Luftungsanlage haben wir auch geplannt, aber nach dem Debakel mit unserem GÜ war das Geld weg. Auf jeden Fall ist die Anlage eine gute Investition.

    Bzgl. Warmwasseraufbereitung bin ich mir sicher warum Ihr 60° braucht. Fürs Duschen reichen uns 45°. Es hängt natürlich zusammen mit Ahzahl von „Mitbewohner“ und Grösse des WW-Speichers (bei uns 400Liter für 5 Personen)

    Grüße
    Alex

  5. Hi Alexander,

    ursprünglich wollten wir auch einen Kaminofen unbegingt verbauen. Je mehr man darüber nachdenkt, desto sinnloser wird er für uns. Aber sicher, ein Stück „Romantik“ wird uns damit im Winter fehlen… aber dafür kann man ja im Sommer Lagerfeuerplätze oder Grills im Garten bauen 😉

    Stimmt schon, 60 Grad für WW ist eigentlich nicht notwendig. Werde ich mal den Heizungsbauer ansprechen.

  6. Hallo,

    ein schöner Kachelofen mit großer Glasscheibe macht einen Wohnraum richtig wohnlich. Im Winter ist dies ein wunderschöner Anblick. Ich heize selber zentral mit Stückholz, möchte meinen Kachelofen aber nicht missen.

    Roland

  7. Hallo Roland,
    wie bereits geschrieben, wir wollten auch gerne einen Kamin haben. Aber leider reichte das Budget nicht für einen, der in unser Heizungskonzept gepasst hätte.

  8. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist wirklich eine feine Sache. Wenn ich mich zwischen Wohnraumlüftung und Kaminofen mit Wassererwärmung entscheiden hätte müssen, hätte ich jetzt keinen Kamin :-) Mal im Ernst: Die Vorteile der Lüftungsanlage spürt man jeden Tag. Im Winter, weil man die Fenster nicht aufreisen muss und die Luft vorgewärmt wird, im Frühjahr weil die Pollen draußen bleiben, im Sommer wird die Luft vorgekühlt usw. Nach einem Neubau kommt auch die ganze Feuchtigkeit ohne offene Fenster nach draußen.
    Wir wohnen jetzt ein Jahr in unserem neuen Haus mit Wohnraumlüftung und ich möchte sie auf keinen Fall missen.
    Viel Erfolg mit Eurem Bau!

  9. Hallo Peter,

    ja das sehe ich auch so. Allerdings liebäugel ich natürlich schon noch mit einem Kamin. Und wenn in 1-2 Jahren wieder etwas finanzieller Spielraum da ist, könnte ich mir vorstellen nachträglich einen „einfachen“ Kamin einzubauen.

    Wie gesehen habe, habt ihr auch keinen klassischen Schornstein, sondern einen der außen verlegt ist. Wieso habt ihr das so umgesetzt? Ist dies günstiger?

    VG
    Andy

  10. Servus Andy,

    ein klassischer Kamin hätte einfach nicht in den Entwurf unseres Hauses gepasst, da alles sehr offen gestaltet ist. Ob das so günstiger ist kann ich nicht mal sagen, da wir einen innenligenden Schornstein nie in Betracht gezogen hatten.

    Hast Du darüber nachgedacht, für einen späteren Einbau schon Vorbereitungen zu treffen? Wir können unser Haus inkl. Warmwasser für Heizung und Dusche nur über den Kamin heizen. Ein Kamin mit Wärmetauscher ist echt eine feine Sache als Alternative und/oder Ergänzung zur Wärmepumpe. Wir konnten mit dem Kamin einen mehrtägigen Ausfall der Wärmepumpe im Winter mühelos überbrücken. Vielleicht macht es ja Sinn, zumindest die entsprechenden Leitungen schon im Haus verlegen zu lassen, dann ist ein späterer Einbau recht einfach. Nur so eine Idee…

    Grüße

    Peter

  11. Sinnvoll ist es oftmals, wenn für den Kaminofen trotzdem alles vorbereitet wird (Schornstein etc.).
    Falls später irgendwann die Entscheidung fallen sollte, dass doch noch ein Kamin (raumluftunabhängig) eingebaut werden soll, ist zumindest technisch noch alles möglich.
    Die Kaminöfen werden ja derzeit immer kleiner in ihrer Leistungsfähigkeit (- hoffentlich auch noch einmal etwas preiswerter). So passt ein zusätzlicher Kaminofen (der ja eigentlich nicht unbedingt benötigt wird) auch gut in das energetische Konzept.

    1. Ja das stimmt. Wie bei Peter, würden wenn einen „externen“ Kamin einbauen. Die Vorbereitung am Haus, bzw. an der Fassade lassen wir dafür machen. Dann können wir später mal noch einen Kamin einbauen. Aber wie gesagt, bei der Entscheidung Lüftungsanlage vs. Kamin, hat eben die Lüftungsanlage gewonnen.

  12. Unsere Lüftungsanlage kam inklusive Einbau (mit viel Eigenleistung) auf gerade mal knapp 5.000,- Euro. Es ist ein Recoupaerator DX200 mit Feuchtigkeitsrückgewinnung über einen Rotations-WT

    Nach 18 Monaten Dauerbetrieb kann ich nur sagen, dass ich 100% zufrieden bin mit der Wahl.

    Ja und ohne Kamin würde ich auch nicht bauen wollen :-)

  13. Statt herkömmlicher Kamine sind wasserführende Kaminofen besser geeignet ein Haus zu beheizen, weil diese Öfen die Wärme in die Heizung und in die Heizkörper schicken und damit alle Räume beizen, auch die deie weit vom Ofen entfernt sind (z.B. die Kinderzimmer), Das sollte beim Energiekonzept beachtet werden.

  14. Genau so haben wir das auch umgesetzt. Im Wohnraum ist ein wasserführender Kaminofen eingebaut der etwa 70% der Wärmeleistung in den Hygienespeicher übergibt. 30% bleiben im Wohnraum. Daher läuft dort die Fußbodenheizung auch nie.

    Über den Speicher bedienen wir den Rest des Hauses sowie die Warmwasserversorgung. Anfangs hatte meine Frau Bedenken, dass wir andauern einheizen müssten und uns das bald auf die Nerven gehen könnte, daher gibt es als BackUp Lösung einen Heizstab im Wärmespeicher. Gebraucht haben wir den aber noch nie, weil es vollkommen ausreicht alle zwei Tage mal am Abend ein kuscheliges Feuer zu machen.

  15. Bei den Einschätzungen von den Energieberatern, bin ich persönlich immer vorsichtig. Uns wurde auch erst gesagt, wir sollen lieber keinen einbauen.
    Der Zweite hat genau das Gegenteil gesagt.

    Haben uns letztendlich (und zum Glück) für einen entschieden. Den kann man auch mal an einem kalten Sommertag einschalten, ein Traum!

  16. ich bin im April 2015 in mein Kfw 40 Haus eingezogen. Ich habe u.a. kontrolierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung, überall Fußbodenheizung, Steinstehlen im Garten (Heizung), 1000 liter Pufferspeicher, PV Anlage mit vorrangigem Eigenverbrauch.
    Ich baue mir jetzt gerade einen wasserführenden 8 KW Kaminofen ein. Ich bin der Meinung, dass dies kein Widerspruch ist und dass sich die Systeme – wenn sie richtig eingestellt sind – unterstützen.
    Durch die Lüftungsanlage wird die vorhandene Wärme vom Wohnzimmer in alle anderen Räume verteilt. Der Ofen erwärmt das Wasser im Pufferspeicher und somit über die Fußbodenheizung wieder alle Räume.
    In der Übergangszeit reicht es den Ofen für kurze Zeit oder jeden 2. Tag anzufeuern. Sollte meine Heizung in einem strengen Winter einmal ausfallen (was ich natürlich nicht hoffe und wünsche), so kann ich die Temperaturen im Haus mit dem Ofen einigermaßen auffangen.

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