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Baufinanzierung: Darauf kommt es an

Kaum ein Häuslebauer kommt ohne eine Baufinanzierung aus. Doch sind viele im ersten Moment ein wenig mit der Fülle an Informationen überfordert, die in diesem Zusammenhang auf sie zurollt. Wichtig ist, von Anfang an, die eigenen Finanzen sicher im Blick zu haben.

Eigenkapital als Basis

Zunächst sollten die Bauherren ihre eigenen Finanzen überprüfen. Wie viel Eigenkapital ist bereits vorhanden? Hier zählen nicht nur flüssige Mittel, die direkt für den Bau aufgewendet werden können, sondern auch langfristige Geldanlagen oder Kapitallebensversicherungen, die ggf. als Sicherheit in Frage kommen könnten. Ebenso zählt natürlich auch das Guthaben aus Bausparverträgen zum Eigenkapital, denn sobald der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, kann das Guthaben aus dem Bausparvertrag entnommen und für den Bau verwendet werden. Je höher das Eigenkapital ausfällt, desto günstiger werden im Regelfall die Konditionen.

Das monatlich verfügbare Einkommen

Wenn es darum geht, wie viel sie monatlich tilgen oder an Zinsen zahlen können, sind viele Bauherren nicht realistisch. Nur allzu oft wird hier zu knapp kalkuliert und jeder verfügbare Euro in die Baufinanzierung gesteckt. Dies machen jedoch die meisten Banken nicht mehr mit.

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Vielmehr wird der monatliche Kapitalverbrauch anhand von Pauschalen hochgerechnet, die beispielsweise auch in Abhängigkeit von der Anzahl der Kinder oder der Autos im Haushalt zu sehen sind. Zusätzlich wird ein Puffer für unvorhergesehene Ausgaben eingeplant. Lediglich der Betrag, der schließlich übrig bleibt, gilt als monatlich verfügbares Einkommen und kann für die Tilgung und Zinszahlung der Baufinanzierung verwendet werden.

Auswahl der geeigneten Baufinanzierung

Im Optimalfall sollte man sich vor der Entscheidung für ein Kreditinstitut immer mehrere Angebote verschiedener Banken einholen. Für den Vergleich ist nicht nur die Höhe der Zinsen und der monatlichen Tilgung ausschlaggebend. Auch das Thema der Zinsbindung ist zu bedenken. Wenn die Bauzinsen wie momentan sehr niedrig sind, lohnt sich im Regelfall eine lange Zinsbindung, denn dadurch kann man sich die niedrigen Zinsen über fünf, zehn oder gar 20 Jahre sichern. Sind die Zinsen hingegen hoch, sollte die Zinsbindung kurz gewählt werden, da die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass die Zinsen sinken.

Wenn bereits ein zuteilungsreifer Bausparvertrag besteht, kann nicht nur das darin liegende Guthaben genutzt werden, sondern auch das Bauspardarlehen genutzt werden. Die Baufinanzierung kann dann entsprechend niedriger gewählt werden. Es gibt auch Varianten der Baufinanzierung, bei denen zu Laufzeitbeginn ein neuer Bausparvertrag in Höhe der Baufinanzierung abgeschlossen wird, berichtet Bausparvertrag.org. Dieser wird parallel zu den Zinszahlungen der Baufinanzierung bedient und löst schließlich mit der Zuteilungsreife die eigentliche Baufinanzierung ab, wodurch die Zinszahlungen sinken und die Möglichkeit von Sondertilgungen besteht.

Bei der Auswahl von Baufinanzierungen sollte auf folgende Eckpunkte geachtet werden:

  • verfügbares Einkommen
  • vorhandenes Eigenkapital
  • Höhe der Zinsen und Tilgung
  • Dauer der Zinsbindung
  • Einbeziehung eines vorhandenen oder neuen Bausparvertrags

Fazit

Wer bei der Auswahl seiner Baufinanzierung gezielt vorgeht und den Vergleich nicht scheut, kann über die lange Dauer einer Baufinanzierung hinweg viel Geld sparen. Ein Bausparvertrag kann unter Umständen die Möglichkeit darstellen, teure Darlehen frühzeitig abzulösen.

Bildnachweis: © Marco2811 – Fotolia.com, Autor: Vincent Vallo

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4 Gedanken zu „Baufinanzierung: Darauf kommt es an

  1. Guter Artikel! Darin sind tatsächlich viele Punkte zusammengefasst, auf die beim Abschluss einer Baufinanzierung geachtet werden sollte:
    Als erstes mit einem Kassensturz das vorhandene Eigenkapital, sowie Einnahmen und Ausgaben ermitteln, dann einen Vergleich von Baugeldanbietern und deren Konditionen durchführen und (wie oben bereits richtig erwähnt) wichtig: darauf achten, dass man sich bei der monatlichen Tilgungsrate nicht überschätzt!
    Was ich gerade hierzu im Artikel aber vermisst habe und worauf man meiner Meinung nach noch besonders achten sollte, ist die Möglichkeit der Einbeziehung von Sondertilgungen mit dem Baufinanzierungsanbieter zu vereinbaren! Lieber bei der Tilgungshöhe etwas zurückhaltender sein und dafür so oft es geht ein paar Euro zurücklegen und in die Sondertilgung stecken.
    Das ist unsere Erfahrung.
    So ist auch in finanziell etwas knapperen Zeiten die Rückzahlung nicht in Gefahr…

    Liebe Grüße
    und weiter so!
    Janine

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