Hausbau planen

Was kann nach dem Hausbau alles nachgerüstet werden und was nicht?

Wer beim Hausbau nicht in die Kostenfalle geraten möchte, muss genau kalkulieren. Vor allem die Baunebenkosten fallen meist höher aus als geplant und so wird das Budget schnell knapp. Oftmals müssen dann so manche ursprünglich geplanten Wünsche für das Haus gestrichen werden. Aber durch vorausschauende Planung kann man sich später doch noch einige Wünsche erfüllen.
Die Kosten für den Hausbau sind nur schwer kalkulierbar. Da kann man noch so viel planen, es kann immer etwas Unvorhersehbares passieren. Sei es ein nicht so tragfähiger Boden oder ein falsches Aufmaß des Kanalanschlusses – es gibt nichts, was es nicht gibt. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kostet auch richtig viel Geld.
Wenn das Budget auf einmal knapp wird, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder man finanziert teuer nach oder man verzichtet erst mal auf so manche Wünsche für das Haus.

Wer clever war und Weitsicht bewiesen hat, kann später dennoch noch viel im Haus realisieren. Aber nicht alles lässt sich nachträglich umsetzen. Hier sind einige Punkte aufgeführt, was alles machbar und was nicht machbar ist:

Bereits bei der Planung berücksichtigen:

Garage oder Carport
Für viele Bauherren ist das die Gretchenfrage! In der Regel wird die Garage etwas teurerer ausfallen. Aber egal wie man sich entscheidet, ein Carport oder eine Garage können ohne Probleme später aufgestellt werden. Nur bei der Planung sollte dies bereits berücksichtigt werden, da man sich so die Kosten für die weitere Baugenehmigung einspart, wenn man die Garage binnen der Frist (ca. 2-3 Jahre) aufstellt.

Garage kann auch erst später gestellt werden

Photovoltaikanlage vorbereiten
Den eigenen Strom auf dem Dach produzieren ist, ist zunächst eine kostspielige Investition. Nicht selten kann die Installation einer Photovoltaikanlage mehr als 15.000 € kosten. Wer dies nicht sofort investieren möchte, sollte zumindest ein entsprechendes Leerrohr vom Dach bis zum Technikraum vorbereiten lassen. Dieses ist mit ca. 300 € relativ günstig zu haben. Zudem können Leerrohre später auch noch für andere Zwecke genutzt werden, zum Beispiel beim Ausbau des Spitzbodens.

Kamin nachträglich einbauen
Ein Kamin kann heutzutage ohne Probleme nachgerüstet werden. Allerdings sollte bereits bei der Planung einiges berücksichtigt werden. Die Platzierung in den Zimmern und an der Außenwand sollten frühzeitig eingeplant werden. Auch für das Energiekonzept kann ein Kamin eine wichtige Rolle spielen: Zum Beispiel kann ein Kamin als zusätzliche Energiequelle zum Erhitzen des Warmwassers im Haus dienen. Natürlich müssen schon während der Bauphase entsprechende Vorbereitungen getroffen werden. Bei der Planung sollte man immer Fachmänner, also z.B. Kaminkehrer und Installateur, hinzuziehen. Wer den Einbau zunächst nur vorbereitet, kann so einige tausend Euro sparen.

Dachausbau
Der Dachboden muss nicht immer ein ungenutzter Staubfänger bleiben und kann später als vollwertiger Wohnraum genutzt werden. Bereits bei der Planung sollte man darauf achten, dass die Raumhöhe entsprechend hoch ist und dass noch Möglichkeiten zum Einbau weitere Lichtquellen, z.B. in Form von Dachfernstern, bestehen. Die Dachfenster sollten den energetischen Anforderungen des Hauses entsprechen. Zum Beispiel bietet die Firma VELUX® ein gelungenes Konzept zum energieeffizienten Ausbau an. Hier können Dachfenster z.B. vollautomatisch gesteuert werden.

Überdachung für den Eingang
Wer stets mit trockenen Füßen das Haus betreten möchte, braucht zumindest eine Überdachung über dem Eingang. Hier können z.B. moderne Glasdächer direkt an der Hauswand montiert werden. Allerdings sollte beim Hausbau mit WDVS bereits während der Bauphase eine entsprechende Vorbereitung getroffen werden. So kann die Montage im Nachgang leichter durchgeführt werden.

LAN-Verkabelung
Eine LAN-Verkabelung im gesamten Haus ist eine sehr nette und auch praktische Sache. Kostet aber auch richtig viel Geld. Das Material für Netzwerkschrank, Netzwerkdosen und die Zeit für das Crimpen kann richtig teuer werden. Wer darauf zunächst verzichten möchte, muss eigentlich nur an die Leerrohre, inkl. Leerdosen denken. Zudem sollten diese im Technikraum stets zugänglich bleiben. Alles Weitere kann dann im Nachgang problemlos erledigt werden. Bis dahin tut das W-LAN seinen Dienst.

LED-Spots
Wer massiv baut und LED-Spots in Decken möchte, staunt meist nicht schlecht,  was hier an Mehrkosten anfallen kann. Vor allem die Vorbereitung der Decken, inkl. Verkabelung ist teuer und so können pro Lampe insgesamt mehrere Hundert Euro fällig werden. Eine Alternative dazu ist, Decken mit Rigipsplatten abzuhängen und dort nachträglich Spots einzubauen. Dies ist meist günstiger und sieht zudem schick aus.

 

Nur schwer oder gar nicht nachträglich realisierbar

Zentrale Lüftungsanlage
Eine zentrale Lüftungsanlage nachzurüsten ist sehr aufwendig. In der Regel müssen die Lüftungsrohre in der Betondecke oder im Estrich während der Bauphase verlegt werden. Daher ist dies nur sehr schwer im Nachgang zu realisieren. Auch wenn der Anschaffungspreis sehr hoch ist, sollte gut überlegt werden, ob man darauf verzichten möchte.

Keller lässt ich nicht nachrüsten

Keller
Es versteht sich von selbst, dass man einen Keller nicht so einfach nachrüsten kann. Es gibt Varianten, indem man z.B. die Garage, welche erst später gebaut wird, unterkellert. Andere Varianten, z.B. sogenannte Erdkeller sind auch denkbar. Diese ersetzen aber keinen vollwertigen Keller.

Badplanung
Die Badplanung – vor allem die Platzierung des Bades im Haus – kann bedingt durch die Versorgungsrohre nur schlecht nachträglich geändert werden. Hier sollte man also sich während der Planungsphase gründlich Gedanken darüber machen. Aber es können u.a. Kosten gespart werden, wenn weitere Räume, wie z.B. Gäste-WC oder Küche, auf der gleichen Hausseite geplant werden. Schließlich fällt so weniger Rohrmaterial an.

Massive Änderungen an der Bausubstanz
Galerien, tragende Wände, Lauf der Treppe – um nur einige Beispiele zu nennen – lassen sich nach dem Hausbau nur durch massiven Aufwand ändern. Hier sollte also ebenfalls im Vorfeld genau geplant werden.

Fazit

Wenn das Geld während der Bauphase zu schnell knapp wird, muss man dennoch nicht auf seine Wünsche ganz verzichten. Mit etwas Weitsicht in der Bauphase kann später noch einiges realisiert werden.

 

cr

 

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6 Gedanken zu „Was kann nach dem Hausbau alles nachgerüstet werden und was nicht?

  1. Wasserenthärtungsanlagen können auch nachgerüstet werden. Da gibt es mehrere Möglichkeiten der Enthärtung.
    Wie sieht es eigentlich bei euch zu diesem Thema aus? Ich würde ganz gerne eure Meinung dazu haben.

    1. Hallo Dennis,

      ja das stimmt. War bei uns bisher nie ein Thema, da wir hier praktisch schon einen perfekten Härtegrad von ca. 2,5 haben. Aber Bekannte von uns haben eine solche Anlage. Habe bisher nichts Negatives darüber gehört.
      VG
      Andy

  2. Guten Tag Herr Weber,

    erst einmal Gratulation zu ihrem tollen Blog generell und für diesen sehr informativen Beitrag speziell. Lese hier wirklich gerne mit!

    @Dennis: Ja, das mit dem Nachrüsten Wasserenthärtungsanlagen hab ich auch schon mal bei einem Bekannten gehört. War bei ihm aber auch leichter gesagt wie getan… Toll, wenn man sich so glücklich schätzen kann und „weiches wasser“ hat. Haben hier dank unserem „harten“ Wasser bereits 2 Spülmaschinen und 1 Waschmaschine verloren.

    Herzliche Grüße
    M.Engels

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