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Die Pro und Kontras der Wohntrends: Teil 1 – Hausplanung

In den einschlägigen Zeitschriften und Portalen werden die Bauherren ständig mit den neuesten Wohntrends konfrontiert. Aber nicht jeder Trend mag unbedingt sinnvoll oder praktisch sein. In unserer kleinen Serie möchten wir die Vor- und Nachteile aktueller Wohntrends gegenüber stellen und starten heute mit der Hausplanung.

Die Liste hat natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir möchte hier nur kurz auf die wichtigsten Pro- und Kontras der jeweiligen Themengebiete eingehen Zu jedem Thema gibt es zudem ein kleines Fazit mit gegebenfalls weiterführenden Links, um sich detaillierter informieren zu können.

Hausplanung

Zunächst steht die Hausplanung an. Hier geht es in erster Linie um Grundsatzentscheidungen. Viele müssen bereits weit vor dem Baubeginn getroffen werden und können auch nicht mehr so einfach nachträglich geändert werden.

1. Keller

Viele Bauherren überlegen heutzutage mit oder ohne Keller zu bauen. Es wird geschätzt, dass aktuell nur jeder vierte ein Haus mit Keller baut. Verlockend sind die Einsparungen von über 50.000 €.

Pro Keller

  • 40 % mehr Wohnfläche bei 15 % der Gesamtkosten des Hausbaus
  • Wertsteigerung der Immobilie
  • Nutzung für Heizung / Waschräume / Stauräume / Kellerwohnräume möglich
  • Bei Verzicht sind Ausweichflächen im Wohnbereich des Hauses oder auf dem Grundstück notwendig

Kontra Keller:

  • Mehrkosten (je nach Größe, meist über 50.000 €)
  • Risiken durch Kellerbau, z.B. hoher Grundwasserspiegel
  • Ungeplante Mehrkosten durch ungünstige Bodenverhältnisse, z.B. Fels, hoher Grundwasserspiegel
  • Verleitet zum unnötigen Aufheben von unnützen Sachen

Fazit:
Wer auf einen Keller verzichtet, sollte sich das auf jeden Fall gut überlegen. Ob sich die Einsparungen auf lange Sicht wirklich lohnen, sehen Experten eher skeptisch.

2. Offene Küche

In vielen modernen Grundrissen wird die Küche im direkten Anschluss an das Ess- oder Wohnzimmer geplant. Aber ist dies wirklich so sinnvoll? Welche Vor- und Nachteile hat eine offene Küche?

Pro offene Küche:

  • „soziales“ Kochen – man bleibt beim Kocken in Kontakt mit den Gästen
  • moderne Raumgestaltungen möglich, z.B. durch eine Kochinsel
  • kurze, praktische Wege durch Verbindung mit den Wohnräumen

Kontra offene Küche:

  • unangenehme Gerüche können sich schneller im Wohnbereich verteilen
  • störende Geräusche, z.B. durch Kühlschrank oder Spülmaschine im Wohnbereich
  • mehr Ordentlichkeit notwendig, ansonsten blickt man stets auf den dreckigen Abwasch

Fazit:
Oftmals kann ein Kompromiss, z.B. durch eine Schiebetür als möglichen Raumtrenner die richtige Wahl sein.

3. Geflieste Dusche

Fast nicht mehr wegzudenken aus dem modernem Bad: die gefließte, bodengleiche Dusche. Doch hat dieser Trend seine Berechtigung?

Pro gefließte Dusche

  • viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten im Vergleich zur Duschwanne
  • leichter Einstieg, bzw. Barrierefreiheit ist gegeben
  • ggf. kann auf zusätzliche Abtrennung verzichtet werden
  • auch mit Fußbodenheizung möglich

Kontra gefließte Dusche

  • meist teurer als Duschewanne
  • Fliesen müssen fachgerecht verlegt werden (ausreichend Gefälle etc.)
  • aufwendigere Reinigung und Pflege der Bodenfliesen
  • Rutschgefahr bei falscher Fliesenwahl (Mind. Klasse 3)

Fazit:
Letztendlich ist dies eine Sache des Geschmackes und des Geldbeutes. Aber auch Duschwannen können heute fast bodengleich eingebaut werden und sind wohl etwas pflegeleichter.

4. Rigips Verschalung von Dachschrägen

Pro Rigips

  • mehr Gestaltungsmöglichkeiten, da die Platten wie Wände „normal“ gestrichen werden können
  • einfacheres Verlegen / Anbringen im Vergleich zur Holzverschalung
  • wirkt weniger „drückend“ und kann positiv auf die Raumwirkung Einfluss nehmen

Kontra Rigips

  • Holzverschalungen wirken „gemütlicher“
  • nicht so pflegeleicht – Wände müssen alle paar Jahre nachgestrichen werden
  • Gefahr von Rissbildungen, bei den Übergangsstellen

Fazit:
Wer sich für Gips entscheidet, sollte vor allem auf die richtige Qualität und auf den Hersteller achten.

Welche „Klassiker“ gibt es noch bei der Hausplanung? Gerne darf die Liste über die Kommentare noch ergänzt werden. Wir werden diese dann im Artikel entsprechend aufnehmen. Nächste Woche vergleichen wir dann ein paar Trends aus dem Bereich der Energiekonzepte.

 

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5 Gedanken zu „Die Pro und Kontras der Wohntrends: Teil 1 – Hausplanung

  1. Hallo Andreas,

    vielen Dank für deinen Artikel.
    Mir liegt das Thema Keller und Sicherheit im Haus sehr am Herzen. Wir haben unser Haus 1990 errichttet. Es steht an einem Hang und wir haben die Genehmigung für einen 3. Stockwerke-Keller bekommen und uns dann für nur 2 Tiefetagen entschieden. Wir hätten und trotzdem teilweise nur dreiseitigen Beerdung für eine Metallwanne mit Kunststoffversiegelung entscheiden sollen. Wir hatten 2001 das Problem, dass Feuchtigkeit durch die Westkellerwand eingedrungen ist.

    Was ebenfalls eingeplant werden sollte, sind die Sicherheitserweiterungen für Fenster und Türen, damit nicht gleich der erstbeste einsteigen kann. Das waren bei unseren Kellerfenstern nämlich der Fall. Seit dem sind diese schön schmiedeeisern geschützt.

    Beste Grüße aus dem Ruhrpott,
    Jan

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